Liebe Freunde,
lieber eine Frosch-Perspektive als gar keine, sage ich
mir. Perspektivlosigkeit ist leider ein weit verbreiteter
Mangel unter Zweibeinern (und damit meine ich nicht die
Vögel, die aber - wie ich finde - zu sehr von oben
herabschauen). Die menschlichen Zweibeiner hingegen
könnten sich - wenn sie denn wollten - sämtliche
Perspektiven in ihrer fabelhaften Grenzenlosigkeit zu
eigen machen. Stattdessen verbauen sie sich den Horizont
mit allen zur Verfügung stehenden Einschränkungen, Ängsten
und Engstellen, kucken lieber nach hinten als nach vorne,
nach innen statt nach außen und vor allem nach nebenan.
Schuld daran sind natürlich nicht sie selbst, sondern die
anderen, die Regierung, die Nachbarn, die Fremden, die in
Berlin.
Ich als Frosch habe dank meiner Froschaugen alles im
Blick: mein bescheidenes Biotop, das gesamte Weltall und
die Zukunft und die - da bin ich mir sicher - ist absolut
3D und voll global.
Der Blickwinkel menschlicher Wahrnehmung richtet sich
vornehmlich auf das, was man in der Hand hält: das
Smartphone. Und dort erfährt man zum Beispiel, dass KIKA
einen Rechtsradikalen und Klimaleugner eingeladen hat, um
ihn von einer Schülerin interviewen zu lassen. Drei Tage
später wird der mit fast 44 Prozent in Sachsen-Anhalt
gewählt. Ist das die Perspektive einer Kindersendung im
Zeitalter der Klimakatastrophen? Dann gute Nacht, liebe
Leute!
Außerdem erfährt man zum Beispiel, dass ein gewisser Trump
den Ontario-See in Lake America umbenannt hat und die Straße von Hormus in
Straße von Trump umbenennen will. Bevor das wahr wird, kann
man sich noch schnell den neuesten Faltsch-Wagoni-Song Die Straße von Hormus
zu Gemüte führen.
Eine perspektivisch gute Zeit wünscht euch
Euer Wetter-Frosch
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