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Zum Glück
Foto: P. Edelmann
 

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Zum Glück
kein Ratgeber

Gerade noch mal gut gegangen. Gottseidank, könnte man sagen, aber Faltsch Wagoni sagen lieber: zum Glück.
Glück, das ist einfach eine gute Gesundheit und ein schlechtes Gedächtnis, meinte einst Hemingway. Nicht schlecht. Vergessen wir doch einfach mal, was uns gerade die Stimmung vermiest und lassen uns von den satirischen Geistesblitzen à la Faltsch Wagoni beglücken. Erfahren werden wir allerdings nicht wie wir glücklich werden, sondern, dass wir es - ohne es zu wissen - vielleicht schon sind.
Jeder ist seines Glückes Schmied, meint der Volksmund. Wenn dieser Satz stimmt, müssten wir dann nicht alle verdammt unglücklich sein? Denn das mit dem Schmieden ist ja so eine Sache. Anstatt mal alle Viere gerade sein zu lassen, schmieden wir wie besessen drauflos, obwohl das mehr schadet als nützt. Denn in Zeiten des Zuviel braucht es zum Glück eigentlich fast nichts. Je weniger, desto leichter tut es sich, das Glück.

Zum Glück gehören bei Faltsch Wagoni immer zwei: zwei Zahnbürsten, zwei Koffer, zwei Instrumente, zwei Stimmen, zwei Paar Hosen, zwei Köpfe, beziehungsweise Sturköpfe, zwei musikalische und wortstarke Stunden voller Fantasie. Fürs Publikum eine wunderbare Gelegenheit innezuhalten und sich ganz dem Glück des Denkvergnügens hinzugeben.
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Presse




Zum Glück gibt es Faltsch Wagoni
Silvana und Thomas Prosperi begeistern im Schmidt-Haus mit ihrem neuen Programm „Zum Glück – kein Ratgeber!“
    Ums Glück geht es einen ganzen Abend im Schmidt-Haus. Aber auf die ganz besondere, einmalige Art, Glück im Faltsch-Wagoni Stil. Die zwei an ihrer „Verhörsehbar“ schwadronieren, singen, rappen, spielen mit Wörtern, deren Bedeutung und absurden Variationen rund um das Thema.
    Der „Neu-Faltsch-Wagonianer“ im Publikum braucht etwas Zeit, bis er so richtig in die Performance mit Alleinstellungsmerkmal im –zumindest - deutschen Kabarett einsteigen kann. Das Spiel von Silvana und Thomas Prosperi fordert höchste Konzentration aufs Detail. Ihre scheinbar sinnlosen Dialoge stecken voller Phantasie und spezieller Ironie. Oft ist so ein Dialog ganz einfach nur wunderbarer Nonsens. Die Wagonis sind auch absolut perfekt aufeinander eingespielt. Kein Wunder, „Zum Glück – kein Ratgeber!“ ist bereits ihr 19.!! Programm. Timing, Präzision, musikalisches Können mit eigenen Songs beeindrucken.
    Die Prosperis gehen das Thema aus unterschiedlichsten Perspektiven an. Der Zuschauer erfährt, dass das glücklichste Land der Welt in ”Kalsarikänni" gar einen eigenen Begriff für sein Glück hat. ”Kalsarikänni" ist finnisch und bedeutet "Sich alleine zu Hause in Unterhosen betrinken." Ist der glücklich, der den „Weekendtrip nach Malibu zum Klapperschlangenbarbecu“ macht? Bedeuten Reichtum, Konsum, Werbung, die uns dazu zwingen will automatisch Glück?
    Silvana und Thomas befassen sich mit Fake News, ehedem in Deutschland „Zeitungsente“ genannt, fragen ob wir mittlerweile „Sklaven des Produkts" geworden sind. Die USA wird ins Disneyland verlegt. Um welchen besungenen Donald handelt es sich denn eigentlich? Donald Duck, Donald Tusk oder gar Donald Trump?
    Durchgehend im Programm ist ihre unbändige Lust an Spielarten der deutschen Sprache. Da gibt es ein „glückloses Glückslos“ oder „geborene Bohrer“, eine „Fruchtfleischfliegenfleischroulade“ wird verzehrt und Thomas Prosperi fordert: „Vergesst Alzheimer!“
    Fazit von „Zum Glück – kein Ratgeber!“ Könnte es nicht sein, dass es zum Glück gar nicht so viel braucht? Wie wäre es, in Zukunft mal „Etwas sein zu lassen, Dinge zu verpassen?“ Dazu haben sich die Wagonis auch einen Song einfallen lassen. Aus Bobby McFerrins „Don`t worry – be happy“ machen ganz einfach „Don`t work – be happy!“
    Ziemlich glücklich ist das Publikum an diesem Abend, bekommt als Zugaben noch eine Lektion in Sachen Konjunktiv und ein wunderschönes Liebeslied.
Der Neue Tag
 
    „Mit herrlich skurrilen Streitgesprächen voller Wortwitz und Selbstironie verführen sie zum Nachdenken und machen keinen Hehl daraus, dass auch sie sich oft überfordert fühlen beim Versuch, persönliches Glück mit nachhaltiger Lebensführung in Einklang zu bringen.“
   "Es war schon immer die besondere Qualität dieses einzigartigen Duos, auch aus scheinbar abwegigen Themen schillernde Wortkunst zu zaubern. Und die gibt es reichlich auch im neuen Programm von Faltsch Wagoni, das den schönen Titel trägt: „Zum Glück“. Profane Ratschläge liefern die beiden allerdings nicht, sondern eine poetisch-satirische Erforschung unserer Wünsche und Träume und des zuweilen schwierigen Bemühens, dem Leben so etwas wie Sinnhaftigkeit abzutrotzen. Bayrischer Rundfunk, Kathinka Strassberger

In der Glücksschmiede
Seit jeher ist ihr Mix aus inszeniertem Musiktheater, Songwriter-Satiren, liebevollem Geschlechterkampf und geschliffenen, mitunter geradezu philosophischem Sprachspiel unverwechselbar und einzigartig.
Es ist jedenfalls kein Zufall, dass die Prosperis das rare Privileg genossen, mit Georg Kreisler befreundet zu sein und von ihm über die Maßen geschätzt zu werden. Und gerade, was das Songwriting angeht, sind Silvana und Thomas Prosperi in jüngster Zeit ja immer noch besser und besser geworden.

Süddeutsche Zeitung

Primaten, missraten?
Aber sie sind keine misanthropischen Satiriker, sondern freundliche Zeitgenossen mit festem ironischen Biss. Manche im Saal werden den Rat der an einen Achtziger-Jahre-Hit angelehnten Rausschmeißer-Nummer befolgen: „don‘t work, be happy!“
Münchner Abendzeitung
 
Zum Glück nichts passiert
Reicht das zum Happy-Sein? Das fragen sich Faltsch Wagoni in ihrem neuen Kabarettprogramm “Zum Glück”. Und warnen: Kein Ratgeber.
Man sollte vermuten, dass Silvana und Thomas Prosperi wissen, was Glück ist. Sie sind seit 37 Jahren ein symbiotisches Liebes-, Lebens- und Bühnenpaar. Künstlerisch ist keiner je fremdgegangen, was auch unvorstellbar wäre. Faltsch Wagoni haben einen unverwechselbaren Stil entwickelt: aus geschliffenen Wortspiel-Dialogen, mit denen Thomas ständig die Bedeutung der Wörter hinterfragt, aus gereimten Rapsongs, die Silvana mit allen möglichen Resonanzkörpern (auch dem eigenen) rhythmisiert, unterstützt von Thomas' Gitarre. Sie verweigern gängige Kabarettpointen und suchen einen eigenen sprachlichen Erkundungspfad durch ihr jeweiliges Thema. Diesmal also das Glück. Dafür gibt's kein Rezept. Deshalb auch keinen Ratgeber.
Bühnen-Treffpunkt der beiden ist ein kleiner Tresen mit der Aufschrift “Ver-Hör-Seh-Bar”. Wer sich da in Wortgefechte einlässt, kann sich schon mal unvorhersehbar verhören, versehen oder verhört fühlen. Aber es geht nicht nur um das private, sondern um das globale Glück. Warum macht es Finnen glücklich, sich zu Hause in Unterwäsche zu betrinken? Hilft das auch anderswo? Wem sollte man Bhutans Regierungsprogamm des Brutto-Nationalglücks zur Nachahmung vorschlagen? Donald, wir kommen! Auf der kleinen, persönlichen Ebene wird die verklärte Nordseeromantik eines Alzheimer-Mannes konterkariert von der Erinnerung seiner Frau: Nebel, Sturm, Schlick. Der Mensch ist so leicht täuschbar: “Das Problem sind nicht die Lügen, sondern die Leute, die sie glauben.”
Lügen, Glauben, Glückshoffnung und Enttäuschung in allen Lebenslagen spielen Faltsch Wagoni in ihrem musikdurchsetzten Zwiegespräch durch, das manchmal skurrile und absurde Gedanken-Blüten treibt. Charmant mäandern sie mit ihrem formbewussten Diskurs zwischen philosophischen Erörterungen und witzigen Alltagsbetrachtungen, dem großen Allgemeinen und dem kleinen sozialen Leben. Das zeitigt essentielle Erkenntnisse, etwa über Chancenlosigkeit als “Unglück der Geburt”: “wer keine Chance hat, braucht kein Glück.” Vielleicht stammt der Mensch vom Maulwurf ab? Denn der durchbuddelt den ganzen Planeten und schaufelt am Ende noch unser Grab. Faltsch Wagoni wollen dem zuvorkommen und bitten singend mit der abgewandelten lndianerweisheit: “Begrabt mein Herz in der Krümmung des Raumes, dort, wo die zeitlosen Formen sind.”
Zum Glück kann man niemand zwingen, der Weg dazu führt nur übers Herz, wissen die beiden. Das höchstmögliche Maximum bleibt für viele Menschen oft die Quintessenz: zum Glück nichts passiert. Aber für Kabarettzuschauer passiert hier eine ganze Menge im Kopf - zum Glück.
Gabriella Lorenz im Münchner Feuilleton

Heimspiel und Reimspiel
Man trifft sich im schwarz-gelben Teamdress an der "Verhörsehbar", wo "geglaubtes Wissen zerpflückt wird". Dort liefert sich Faltsch Wagoni geistreiche, selbstironische Dispute über das Dasein als "freischaffende Unterhaltungsnomaden"; philosophiert darüber, warum Männer immer baggern und bohren müssen, oder findet die gesamte Menschheit als Primaten missraten: "Sie halten Tiere und sich für etwas Besseres." Vor allem aber widmen sich Silvana und Thomas Prosperi in ihrem brandneuen Programm dem zentralen Streben dieser Vertreter der "Gattung Trockennasenaffen": "Zum Glück - kein Ratgeber" lautet der Titel. Nach der obligaten Premiere in der Münchener Lach- und Schießgesellschaft vor sechs Wochen gaben die Herrschinger Silvana und Thomas Prosperi damit am Samstagabend ein auch spielerisch überzeugendes Heimspiel vor voll besetzten Rängen im Kurparkschlösschen.
"Ja, renn' nur nach dem Glück, doch renne nicht zu sehr: Alle rennen nach dem Glück, das Glück rennt hinterher", dichtete einst Bert Brecht. Die "Rhythmus-Poeten" Faltsch Wagoni beziehen sich auf Ernest Hemingway, der im Glück "eine gute Gesundheit und ein schlechtes Gedächtnis" sah. Sie selbst enthalten sich jeder direkten therapeutischen Empfehlung, wie schon programmatisch dem Titel zu entnehmen ist. Natürlich kommen die paarweisen Einzelgänger in der deutschsprachigen Musikkabarett-Landschaft doch nicht umhin, sich auf ihrer Reise durch die weite Welt des Wahnsinns und des Wortwitzes als Glückssucher zu betätigen. Die Finnen etwa finden es, in dem sie sich alleine zuhause im Unterhemd betrinken. Die beim Alkoholkonsum gut angezogenen Deutschen folgten lieber dem Motto "Wir lassen uns doch nicht unsere schöne schlechte Laune verderben".
Das Publikum erhält zwar von den Prosperis keine Hinweise, wie man sein Glück macht - aber die beiden geben Tipps, wo man sich die Suche sparen kann: "Der Glaube ans Lottoglück versetzt nur Tafelsilberberge". Ebenso regelmäßig platzten die Glücksversprechen der wunderbaren Warenwelt, deren grenzenlose Auswahl uns erdrückt und erstickt - aber "Le dernier kriegst du nie", kalauert Silvana. Ist Glück also nur das Fehlen von Pech? Die Quintessenz des (Er-) Lebens laute ja "Zum Glück ist nichts passiert!" Zum Glück sei man in Herrsching gelandet und nicht etwa auf dem Weihnachtsmarkt oder im Knast, stellen Faltsch Wagoni zu Beginn fest. Womöglich ist einfach nur glücklich sein aber auch gar kein erfüllender Lebensinhalt und bestimmt kein Mittel, den Problemen der Zeit zu begegnen. Und so reimen die Prosperis zur Melodie von "Don't worry, be happy" in ihrer typischen Mixtur aus Dada-Nonsense und hintergründigem Sarkasmus: "Du fühlst dich flach und friedlich wie ein Brotbelag" oder "Wie ein Nasenflügelschlag flatterst du durch den Vormittag". Im Zweifel gelte eh die "alte Kartenspielerweisheit: Zum Glück gehts nur über Herz." Süddeutsche Zeitung

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zum glück
Foto: Peter Edelmann 1,4 MB, 300dpi





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Zum Glück - Trailer

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